Mental Accounting: Warum wir Geld unterschiedlich behandeln

Ist dir schon mal aufgefallen, dass du denselben 50€-Schein in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich behandelst? Nehmen wir an, dass dir deine Oma 50€ zum Geburtstag geschenkt hat. Würdest du dir etwas Schönes davon kaufen? Wie sieht es dagegen mit 50€ deines Gehalts aus? Viele Menschen würden diese Fragen unterschiedlich beantworten, obwohl es in beiden Fällen um denselben Betrag geht: 50€. Warum ist das so?

Geld = Geld?

Wir nutzen verschiedene Tricks, um schneller Entscheidungen treffen zu können; Mental Accounting (auf Deutsch: mentale Buchführung) ist einer davon. Die Theorie stammt von Wirtschaftsnobelpreisträger Richard Thaler, der herausfand, dass wir separate Konten für verschiedene Zwecke im Kopf haben, die unsere finanziellen Entscheidungen beeinflussen. Wir neigen nämlich dazu, unterschiedlich mit Geld umzugehen, je nachdem woher es kommt und wofür es bestimmt ist.

An unserem ersten Beispiel kann man gut erkennen, dass man mit geschenktem Geld oder einem Bonus vielleicht anders umgeht als mit seinem hart erarbeiteten Gehalt. Schauen wir uns noch ein zweites Beispiel an: Nehmen wir an, dass du dir ein Fahrrad kaufen möchtest. Um sonntags ein bisschen durch die Gegend zu fahren, ist es dir aber eigentlich zu teuer. Allerdings könntest du mit dem Fahrrad auch jeden Tag zur Arbeit fahren und sogar noch Geld dabei sparen, weil du auf das Auto verzichten kannst. In diesem Fall würde sich die Investition vielleicht lohnen. Wie du siehst, scheint das Konto „Arbeit“ in diesem Fall ein höheres Budget zu erlauben als das Konto „Freizeit“. Unter dem Strich gibst du jedoch dieselbe Summe Geld aus.

Achtung, Tunnelblick!

Die mentale Buchführung kann dir dabei helfen, dir über deine Ziele und Prioritäten bewusst zu werden. Du solltest allerdings aufpassen, dass du das Gesamtbild nicht aus den Augen verlierst. Stell’ dir z. B. vor, du möchtest Geld sparen und bestellst deswegen kein Essen mehr. Trotzdem kaufst du dir jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit ein Croissant beim Bäcker. Du gibst das Geld also an einer anderen Stelle wieder aus und sabotierst damit deine Sparversuche.

Was steht „unterm Strich“?

Damit dich deine mentale Buchführung nicht daran hindert, deine finanziellen Ziele zu erreichen, solltest du dir erst einmal darüber bewusst werden, dass es dieses Phänomen gibt und dass es deine Entscheidungen beeinflusst. Am besten dokumentierst du deine Einnahmen und Ausgaben, sodass du schwarz auf weiß sehen kannst, was wirklich unter dem Strich steht. Vielleicht erkennst du dann ja auch das ein oder andere Muster in deinem Ausgabeverhalten. 😉

Wir helfen dir dabei, den Stress aus deinen Finanzen zu nehmen, sodass Geldsorgen für dich ein Thema von gestern sind. Hole dir jetzt die App!