Langweilig ist besser: Die Lehren aus dem GameStop-Hype

„So verdiente dieser Deutsche 30 000 Euro mit Gamestop“. Vor ein paar Wochen haben die Medien mit Schlagzeilen wie dieser um sich geworfen. In dem heutigen Blogartikel wollen wir dir erklären, warum es für deine Ersparnisse gefährlich werden kann, wenn du ausschließlich in einige wenige Einzelaktien, wie z. B. GameStop, investierst. Und am Schluss schlagen wir dir natürlich eine bessere Alternative vor. 😉

Niemand kann die Zukunft vorhersehen

Sicherlich kommt dir folgendes Beispiel bekannt vor: Der Himmel ist blau und du entscheidest dich, zu Fuß zur Arbeit zu gehen. Auf halber Strecke zieht sich der Himmel auf einmal zu und es fängt an, zu regnen. Bis du bei der Arbeit angekommen bist, bist du klitschnass, weil du keinen Regenschirm dabei hattest. Du ärgerst dich natürlich. Und was hat das jetzt mit Investieren zu tun?

Na ja, genauso wenig, wie du wissen konntest, dass es regnen wird, kannst du die Entwicklung einer Aktie vorhersehen. Vielleicht denkst du dir jetzt: „Aber dafür gibt es doch Wetter-Apps!“. Das stimmt, aber auch Wetter-Apps können die Zukunft nicht vorhersagen. Und auch an der Börse gibt es Experten, die Empfehlungen für oder gegen bestimmte Aktien aussprechen. Doch ähnlich wie beim Wetter können diese die Zukunft auch nicht vorhersagen und ihre Tipps stellen natürlich keine Garantie dar.

Schauen wir uns die Entwicklung der GameStop-Aktie von Februar 2016 bis heute an:

Auf diese Achterbahnfahrt war wahrscheinlich kaum ein Anleger vorbereitet. In der Fachsprache nennt man diese Achterbahnfahrt übrigens Volatilität. Das bedeutet einfach, dass der Wert der Aktie schwankt. Hättest du dein Geld in diese Aktie investiert, hättest du viel gewinnen, aber auch umso mehr verlieren können. Wenn das jemand vorhergesehen hätte, hätte vielleicht niemand investiert. 

Hohe Gewinnchance = hohes Verlustrisiko

Kannst du dir vorstellen, wie viel Geld du (im betrachteten Zeitraum) verloren hättest, wenn du zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt in die Aktie investiert und sie zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt wieder verkauft hättest? Wir haben es für dich ausgerechnet: 91,61% deiner gesamten Investition! Fun Fact: Diese 91,61% hättest du über einen Zeitraum von mehreren Jahren verloren, wenn du von Anfang an in die Aktie investiert hättest. Hättest du aber beim GameStop-Hype mitmischen wollen und die Aktie z. B. am 03.02.21 gekauft und am 09.02.21 wieder verkauft, dann hättest du innerhalb von 5 Tagen einen Verlust von 85,52% gemacht!

Na, da kann man ja auch gleich ins Casino gehen! Das würden wir dir allerdings nicht empfehlen. Wir haben eine bessere Idee: Setze auf ETFs und gehe das Ganze entspannter an. 🙂 Das sieht dann nämlich so aus (rote Linie):

Wie du siehst, ist die Entwicklung des ETFs deutlich langweiliger. In diesem Fall ist langweilig aber besser als aufregend. Im Gegensatz zur Einzelaktie kannst du zwar nicht allzu viel Geld gewinnen, aber eben auch nicht so viel verlieren, weil du dein Risiko auf viele verschiedene Aktien aufteilst. Diese Aufteilung sorgt dafür, dass die Schwankungen sich gegenseitig ausgleichen. Deshalb eignen sich ETFs besonders, um Vermögen über einen längeren Zeitraum Schritt für Schritt aufzubauen.

Allerdings bieten auch ETFs keinen Schutz vor Verlusten, denn wir wissen ja: Es gibt keine Rendite ohne ein gewisses Risiko. Hättest du zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt ein ETF auf den MSCI World gekauft und es zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt wieder verkauft, hättest du 32,58% deiner Ersparnisse verlieren können. Dennoch, wenn du breit gestreut in den Markt investierst, ist die Wahrscheinlichkeit am Ende damit auch Geld zu verdienen relativ hoch.  Wenn du zum Beispiel in einen ETF investiert hättest, der den globalen Aktienmarkt abdeckt, hättest du seit 1970 durchschnittlich 7% Rendite pro Jahr erwirtschaftet. Wir haben hier übrigens den MSCI World Index für unser Beispiel ausgewählt, da er einer der bekanntesten Indizes ist und mit 1.600 Konzernen aus 23 Industrieländern einen Großteil der Weltwirtschaft abbildet.

Lieber in ETFs investieren und zurücklehnen

Was kannst du jetzt aus der GameStop-Geschichte lernen? Zunächst einmal solltest du nicht jedem Trend hinterherrennen, denn das kann offensichtlich ziemlich schiefgehen. Wenn du deine finanziellen Ziele langfristig erreichen und dich beim Investieren lieber zurücklehnen willst, dann solltest du dein Geld entspannt in ETFs anlegen. Weniger Schwankungen bedeuten nämlich weniger schlaflose Nächte. Laut Nobelpreisträger Paul Samuelson sollte Investieren ungefähr so spannend sein, „wie Farbe beim Trocknen oder Gras beim Wachsen“ zuzuschauen.

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