Inflation: Warum das Leben teurer wird

Du hast bestimmt schon mal den Begriff „Inflation“ gehört, ihn aber vermutlich einfach als komplexen Finanzbegriff abgetan. Doch was genau steckt eigentlich dahinter? Wir zeigen dir mal wieder, dass die Finanzwelt nicht so kompliziert sein muss. Auf gehts! 

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass fast alles konstant teurer wird? Das glaubst du uns jetzt vermutlich erstmal nicht. Denn für kurze Zeiträume stimmt das nämlich auch. Es ist ja nicht so, dass du gestern 30 Cent für ein Brötchen beim Bäcker bezahlt hast und heute 31 Cent zahlen musst. Die Entwicklung findet aber über einen längeren Zeitraum Jahr für Jahr statt. In den 1950er Jahren hat ein Brötchen nämlich nur durchschnittlich 3 Cent gekostet. Heute sind es eben 30 Cent. Und das, kurz gefasst, ist Inflation: Es ist die Preissteigerung von Waren und Dienstleistungen. 

Als Eselsbrücke kannst du dir das übrigens wie folgt ganz einfach merken. Inflation kommt von dem lateinischen „inflare“, was soviel bedeutet wie „aufblasen“. Die Preise steigen also kontinuierlich an, so wie ein Ballon beim Aufblasen immer größer wird. Doch wieso wird alles immer teuer?

Wieso wird alles teurer?

Es gibt drei Hauptgründe, weshalb Dinge teurer werden:

  1. Das Produkt wird weniger angeboten, während die Nachfrage gleich bleibt.
    Einfaches Beispiel: Wenn es im Sommer besonders heiß und trocken ist, dann fällt die Erdbeerernte schlecht aus. Das bedeutet, dass weniger Erdbeeren verkauft werden können und die Preise deshalb angehoben werden.
  2. Die Nachfrage nach dem Produkt steigt, während das Angebot gleich bleibt.
    Einfaches Beispiel: Zu Beginn der Corona-Krise wollten jede*r plötzlich Schutzmasken haben. Es gab aber nicht mehr als normal angeboten wurde. Entsprechend sind die Preise für die Masken explodiert. 
  3. Es gibt insgesamt mehr Geld – d. h. es wird mehr „Geld gedruckt“.
    Die Zentralbanken, die für die Währungen verantwortlich sind (in Europa z. B. die Europäische Zentralbank für den Euro) „drucken“ mehr Geld, indem sie vermehrt Kredite an Staaten und Unternehmen vergeben und somit mehr Geld im Umlauf ist.

Aber keine Sorge, dass die Preise steigen ist gar nicht so schlimm, wie es auf den ersten Blick scheint. Warum? Weil die Löhne mit der Zeit nämlich auch steigen und die höheren Preise ausgleichen. Du bezahlst also eigentlich das Gleiche wie bisher. In der Vergangenheit gab es allerdings eine Situation, in der das Ganze aus dem Ruder lief …

Was passiert, wenn die Preise zu stark steigen?

Im Jahr 1923 gab es eine Hyperinflation in Deutschland. Da der Staat seine Schulden nach dem Ersten Weltkrieg tilgen wollte, wurde massiv Geld gedruckt. In dem Zuge stiegen die Preise so stark an, dass ein Brot mehrere Milliarden Mark kostete und die Menschen mit Schubkarren voll Geldscheinen zum Bäcker laufen mussten. Sie fingen sogar an, ihre Wand mit Geldscheinen zu tapezieren, da diese nun weniger wert waren als Tapeten (siehe Foto). Dies ist natürlich ein Extrembeispiel und heute kaum vorstellbar.

„Tapezieren einer Wand mit Ein-Markscheinen“ (Quelle: Bundesarchiv)

Was bedeutet das für dich?

Zunächst einmal musst du natürlich keine Angst vor der Inflation haben! 🙂 Ja, alle Dinge werden mit der Zeit etwas teurer, aber dafür verdienst du auch mehr und kannst dir dementsprechend mehr leisten. Im Alltag wirst du die Inflation also gar nicht wirklich merken.

Wenn du deine Ersparnisse über einen längeren Zeitraum anlegst, dann merkst du schon eher etwas davon. Schauen wir uns dazu ein kleines Rechenbeispiel an: Wenn du 100€ zu 5% Zinsen anlegst, hast du bei einer Inflationsrate von 2% einen realen Ertrag von 3%. Statt 105€ erhältst du also eigentlich nur 103€.  

Was sagt dir dieses Beispiel? Rendite ist nicht gleich Rendite. Es ist wichtig, dass du langfristig höhere Renditen als die Inflation erwirtschaftest. Dafür eignen sich vor allem Investitionen in den Aktienmarkt.

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