Auswirkungen Corona auf Finanzen

Welche Auswirkungen hat Corona auf die Finanzen und was heißt das für dich?

Neben den gesundheitlichen Konsequenzen sind die Auswirkungen von Corona auf die Finanzen auch nicht außer Acht zu lassen. Während ein Teil der Bevölkerung im Homeoffice dem täglichen Job nachgehen kann, wurden rund 4,5 Mio. Bundesbürger unter Kurzarbeit gestellt und müssen mit weniger Geld zurechtkommen. Du solltest daher jetzt genau planen, wofür du dein Geld ausgibst – sonst kann sich schnell zu viel aufstauen.

Wir möchten dir daher Tipps geben, wie du am besten mit den finanziellen Auswirkungen von Corona umgehen solltest und wie du gezielt sparen kannst.

5 Tipps für deine Finanzen in Zeiten von Corona

1.   Ausgaben überprüfen

Verschaffe dir einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben. Dabei kann dir ein Haushaltsbuch helfen. Du magst es lieber digital? Dann gibt es  auch eine Vielzahl kostenloser Apps für dich. Auch eine einfache Tabelle verschafft schnell Klarheit, wofür du dein Geld monatlich ausgibst. So kannst du Kostenfresser schnell und effizient ausfindig machen.

Vergiss dabei auch nicht die Jahresbeträge! Nutzt du bei deinen Versicherungen oder im Fitnessstudio die Möglichkeit, den Betrag einmal jährlich zu zahlen? Das kann dir generell beim Sparen helfen, verliere diese Beträge aber nicht aus den Augen! Ansonsten kommen plötzlich Kosten auf dich zu, an die du gar nicht mehr gedacht hattest.

2.   Sparen beim Einkauf

Fragst du dich beim Einkaufen auch manchmal, ob es immer das Markenprodukt sein muss oder ob die günstige Alternative nicht vielleicht auch genauso gut schmeckt. Häufig stecken hinter den Discounter-Eigenmarken die gleichen Hersteller, wie hinter dem teuren Markenprodukt. Auch Großeinkäufe helfen oft, Geld zu sparen. Erstelle dir einen Essensplan für die komplette Woche und gehe nur ein Mal pro Woche einkaufen. Dafür eignet sich eine Einkaufliste ideal. Diese zeigt dir auf, was du benötigst und hält dich davon ab, die eine oder andere unnötige Kleinigkeit in deinen Einkaufswagen zu legen.

3.   Versicherungen und Investitionen prüfen

Schau dir deine Versicherungen und Investitionen einmal genauer an. Sparpotenzial bietet sich hier zum Beispiel bei Sachversicherungen von Paaren. Sind beide dabei einzeln versichert, zahlst jeder einzeln in der Regel mehr. Mit sogenannten Paar-Tarifen lassen sich bei der Hausrat-, Privathaftpflicht- und Rechtsschutzversicherung, jährlich bis zu 150 Euro sparen. Prüfe daher deine Versicherung und kläre, welche Tarife für dich möglich sind. Am einfachsten nutzt du dazu die typischen Vergleichsportale im Internet.

Bei deinen Investitionen solltest du grundsätzlich Ruhe bewahren und nichts überstürzen. Aufgrund der aktuell dynamischen Entwicklungen solltest du keine übereilten und unbedachten Änderungen an Lebens-, Renten- oder Invaliditätsabsicherungen vornehmen. Dadurch würdest du nicht nur deinen Versicherungsschutz verlieren, sondern erleidest unter Umständen auch steuerliche Nachteile.

Bei der Kündigung einer Lebensversicherung mit Risikoschutz (z. B. Todesfallabsicherung, Berufsunfähigkeitszusatzversicherung) geht dieser Schutz außerdem verloren. Eine erneute Annahme kann unter Umständen nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden.

Besitzt du eine fondsgebundene Lebensversicherung solltest du dich ebenfalls nicht von der aktuellen Lage verunsichern lassen.

4.   Bewusster Strom und Wasser verbrauchen

Grundsätzlich hilft beim Sparen aber auch ein bewussterer Verbrauch. Wie viel Wasser und Strom verbrauchst du eigentlich täglich? Wie oft lässt du das Wasser unnötiger Weise laufen oder schaltest Elektrogeräte nur auf den Standby-Modus?  Dabei ist dies ein echter Energiefresser im Haushalt. Du kannst zehn bis zwanzig Prozent deiner Stromkosten einsparen, wenn du darauf verzichtest. Achte also auf einen bewussten Verbrauch.

5.   Wichtige Verträge für die Altersvorsorge nicht übereilt kündigen

Wer plötzlich die Auswirkungen von Corona auf die eignen Finanzen zu spüren bekommt und weniger Geld zur Verfügung hat, fragt sich jetzt möglicherweise, ob es nicht Zeit ist, einige langfristige Verträge auf den Prüfstand zu stellen. Wie zum Beispiel welche, die für deine Altersvorsorge gedacht sind.

Doch Vorsicht: Für Riester-Verträge, die betriebliche Altersvorsorge, Rürup-Verträge oder private Verträgen, zum Beispiel in Form der klassischen kapitalbildenden Lebensversicherung, kann es zwar ratsam sein regelmäßig zu prüfen, ob sich die eigenen Ziele verändert haben und die ursprünglich abgeschlossenen Verträge weiterhin passen. Du solltest dich aber nicht übereilt von schriftlichen Vereinbarungen trennen! Umso heikler ist die Lage bei Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit. Denn seien wir mal ganz ehrlich: Umso älter du wirst, umso schwieriger und oftmals teurer ist es eine solche abschließen können.

Auch wenn es gute Gründe gibt, zum Kapitalaufbau nicht auf klassische Lebensversicherungen zu setzen, solltest du diese – sofern sie einmal abgeschlossen wurden – nicht vorschnell kündigen. Die Abschlusskosten sind meist nach fünf Jahren sowieso schon vollständig bezahlt. Desweiteren haben alte Verträge einen, in heutiger Zeit, attraktiven Garantiezins von – abhängig vom Abschlussdatum – bis zu vier Prozent auf den Sparanteil. Vielleicht hast du sogar eine Zusatzversicherung abgeschlossen, die du heute so nicht mehr bekommen würdest (z.B. eine Berufsunfähigkeitsversicherung).

Kriterien dafür, dass eine kapitalbildende Lebensversicherung nicht mehr zu deinen eigenen Zielen passt und du etwas daran verändern solltest, sind:

  • die Abschlusskosten sind noch nicht vollständig bezahlt
  • der Garantiezins auf den Sparanteil ist niedrig
  • und der unattraktive Vertrag würde noch viele Jahrzehnte laufen.

Wenn du dich dafür entscheidest, dich von von einer Lebensversicherung zu trennen, beachten auch: Es kann möglich und deutlich besser für dich sein, den Vertrag nicht zu kündigen, sondern zu widerrufen. Mehr dazu kannst du in diesem Beitrag der Verbraucherzentrale nachlesen. Neben einer Kündigung kann man auch einen Verkauf auf dem Zweitmarkt in Betracht ziehen.

Im Falle einer finanziellen Schieflage durch Corona

Wenn du die Auswirkungen von Corona auf deine Finanzen stark zu spüren bekommst, solltest du sofort handeln!

Erkundige dich möglichst schnell nach staatlichen Hilfen, wenn sich deine berufliche Situation ändert oder das Geld aufgrund von Corona oder anderen äußeren Umständen knapp wird. Erst mit dem Antrag wird eine mögliche Zahlung in Gang gesetzt. Dauert die Bewilligung etwas länger, bekommst du meist rückwirkend Geld. Wenn du den Antrag erst deutlich später stellst, verlierst du im Zweifel wertvolle Tage und Wochen, die auch nachträglich nicht aufgefangen werden.

Wesentliche Leistungen, die dich aktuell unterstützen können:

  1. Kurzarbeitergeld, falls du zwar weiterarbeitest, nun aber weniger Stunden tätig bist. Das muss dein Arbeitgeber beantragen. Frag also im Zweifel nach.
  2. Arbeitslosengeld, falls dir nun gekündigt wird. Die Meldung bei der Agentur für Arbeit solltest du dann so schnell wie möglich vornehmen.
  3. Wohngeld, falls dein Geld nicht mehr für die Miete reicht. Das kannst du bei deiner Gemeinde beantragen.
  4. Aufstockungsleistungen für Erwerbslose nach SGB II / “Hartz IV” kommen in Frage, wenn du keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hast. Beantrage die Leistungen z.B. für Selbstständige, die nun in Not geraten, und Angestellte, die nun unterhalb der Grundsicherung verdienen. Melde dich so schnell wie möglich bei einem Jobcenter.

Wenn es ernst wird: Welche Zahlungen haben Vorrang?

Wenn das Geld nicht mehr für alle Zahlungen reicht, musst du genau überlegen, welche Rechnungen du noch bezahlen musst. Erstelle dafür eine Liste der offenen Zahlungen und wähle daraus diejenigen aus, die zur Sicherung deiner existenziellen Lebensbedürfnisse notwendig sind. Lass dich nicht von Gläubigern beeinflussen, die besonders drängen, sondern entscheide nach objektiven Kriterien, was für dich im Moment absolut wichtig ist.

Existenziell wichtig sind:

  1. Miete
  2. Energiekosten
  3. Telefon und Internet
  4. Lebensmittel und notwendige Medikamente
  5. Unterhaltsleistungen

Wir helfen dir bald dabei, den Stress aus deinen Finanzen zu nehmen, sodass Geldsorgen für dich ein Thema von gestern sind. Sei als erster dabei und trag dich in die Warteliste ein. Wir senden dir eine SMS, sobald die App für iOS und Android verfügbar ist.